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Chronik meiner politischen Fassungslosigkeit

vor 31 Minuten
1 Min. Lesezeit

So. Da sind wir nun. Ich bin leicht nervös. War ich vor 10 Jahren noch nicht, jetzt schon. Und eigentlich fing alles mit dem Brexit an. Ein kleiner chronologischer Überblick.




23. Juni 2016: Im Vereinigten Königreich wird über den Austritt aus der Europäischen Union abgestimmt. Ich gehe ins Bett und denke: „So ein Quatsch. Das wird doch nie passieren.“


24. Juni 2016: Ich lese Nachrichten. 51,9 Prozent haben für den Austritt gestimmt. Nach dem Ergebnis gehört „Was ist die EU?“ dort zu den häufigsten EU-bezogenen Google-Fragen.


Ich denke: „WTF?“


8. November 2016: Donald Trump steht zur Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.


Ich denke: „Vollkommen absurd. Der gewinnt doch nie. So blöd können die doch nicht sein.“

Ich gehe ins Bett.


9. November 2016: Ich lese Nachrichten. Donald Trump gewinnt die Wahl.


Ich denke: „Das kann doch wohl nicht wahr sein …“


5. November 2024: Trump steht wieder zur Wahl.


Ich denke: „Ha, nach dem ganzen Chaos seiner ersten Amtszeit werden die ihn ja wohl nicht wiederwählen.“


Wobei: Ich halte inzwischen nichts mehr für unmöglich.


6. November 2024: Ich lese Nachrichten. Donald Trump hat tatsächlich wieder gewonnen.


Bin kurz davor, schon morgens eine Flasche Wein aufzumachen.


3. November 2026: Midterms in den USA. Ich hoffe, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und möglichst auch im Senat gewinnen.


Auf „Das wird schon“ verlasse ich mich jedenfalls nicht mehr. Ich brauche dringend ein Ereignis, damit ich den Glauben an die Menschheit nicht ganz verliere.


PLS DON’T FUCK THIS UP, AMERICANS!


A devastated German.





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